Stative für Stereomikroskope

Welche Anforderungen habe ich?

Durch die Vielzahl der Anwendungsgebiete von Steromikroskopen ist die Auswahl des passenden Stativs besonders wichtig. Das wichtigste Merkmal von Stereomikroskop-Stativen ist die maximale Probengröße und –höhe. Aus der Größe und dem Gewicht des Stativs ergibt sich eine unterschiedlich gute Transportabilität des Mikroskopsystems. Je nach Stativvariante kann eine Auflicht- oder Durchlichtbeleuchtung integriert sein. Darüber hinaus gibt es weitere Merkmale wie z.B. die Ausstattung mit motorisierten Trieben oder neigbaren Optikträgern, mit denen Probe aus verschiedenen Winkeln betrachtet werden können.

Welche Arten von Stativen gibt es?

Grundlegend gibt es vier verschiedene Arten von Stativen für Stereomikroskope:
  • Klassische Auflicht- und Durchlichtstative (auch Auflicht- oder Durchlichtbasen genannt)
  • Schwenkarmstative
  • Flexarmstative
  • Fahrbare Bodenstative

Das Klassische Auflicht- und Durchlichtstativ

Am häufigsten fällt die Wahl auf das klassische Auflicht- und Durchlichtstativ. Es ist kompakt und benötigt wenig Platz, wodurch es sehr gut transportabel ist. Durch die geschlossene Bauweise liefert es ein sehr stabiles Bild, da es nicht nachschwingt. Das klassische Durchlichtstativ bietet viele Beleuchtungsvarianten, um die bestmögliche Bildgebung der jeweiligen Probe zu erzielen: Durchlicht, Hellfeld, Dunkelfeld, Schräglicht und auch die Polarisation. Eine Motorisierung des Stativs ist hierbei auch möglich.

Die Anwendungsgebiete dieser Variante sind z.B.

Biologische Anwendungen:
  • Insektenbestimmung
  • Pflanzenbestimmung
  • Medizin: Selektierung von Eizellen

Industrielle Anwendungen:
  • Qualitätskontrollen an kleinen Bauteilen
  • Löten von kleinen Platinen

Die Nachteile des klassischen Auflicht- und Durchlichtstativs sind die begrenzte Probengröße und –höhe. Auch lässt sich das Mikroskop zur Änderung des Blickwinkels auf die Probe nicht neigen.

Das Schwenkarmstativ

Ein häufig gewähltes Stativ für Stereomikroskope zur Betrachtung von größeren Proben ist das Schwenkarmstativ.

Es lässt durch die Modularität der verschieden Basisplatten und Montagemöglichkeiten, wie die Tischklemme und den Tischflansch, sehr gut an Probengrößen von ca. 70cm individuell anpassen und sehr stabil aufstellen. Das Schwenkarmstativ besticht durch seine Flexibilität und Schwenkbarkeit sowie durch eine Höhenverstellung in einem weiten Bereich. Außerdem bietet diese Variante viele Ausstattungsmöglichkeiten, nicht nur in Größe und Höhe, sondern auch in der Neigung der Optik. Dadurch wird die Sicht aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Probe ermöglicht, ohne die Probe zu bewegen. Bei Vergrößerungen von mehr als 80-fach ist die Möglichkeit eines Feintriebs gegeben, welcher die Fokussierung erleichtert und durch die richtige Konfiguration ein schwingungsarmes Mikroskopieren ermöglicht.

Die Einsatzgebiete des Schwenkarmstativs sind z.B.

  • Hauptsächlich in der Industrie
  • Qualitätskontrollen an größeren Teilen (z.B. Drehteilen)
  • Löten von großes Platinen

Die Nachteile dieser Variante sind der hohe Platzbedarf durch die recht großen Basisplatten, die durch ihr Gewicht das System kaum transportabel machen. Das Schwenkarmstativ ist etwas instabiler als klassische Auflicht- und Durchlichtstative. Zudem ist eine Motorisierung nicht möglich.

Das Flexarmstativ

Durch die Drehbarkeit um 360° und eine Ausladung von bis zu 1m ist das Flexarmstativ für sehr große Proben optimal geeignet. Der große Arbeitsbereich und die einfache Höhenverstellung sind ideal für Proben geeignet, die nicht bewegt werden können. Trotz der großen Arbeitsspanne benötigt das Flexarmstativ nur wenig Platz. Das Stativ kann mit einer Tischklemme an jedem stabilen Tisch befestigt werden und lässt sich sehr platzsparend zusammenfalten.
Die Einsatzbereiche für das Flexarmstativ sind:

  • Hauptsächlich in der Industrie z.B. Elektronikfertigung und Dentallabore
  • Qualitätskontrollen an größeren Teilen
  • Montage von Baugruppen
  • Löten großer Platinen

Aufgrund des langen Arms hat das Flexarmstativ im Vergleich zum Schwenkarm-Stativ eine geringere Bildstabilität. Daher sind Flexarmstative für Vergrößerungen bis maximal 50x empfehlenswert. Außerdem sind Flexarmstative nur eingeschränkt für die Nutzung eines Mikroskops mit Kamera geeignet. Für die sichere Nutzung ist bei diesem Stativtyp ein stabiler Tisch notwendig.

Das fahrbare Bodenstativ

Ein eher selten gewähltes Stativ ist das fahrbare Bodenstativ. Dieses Stativ kommt bei sehr großen und unbeweglichen Proben zum Einsatz.

Das fahrbare Bodenstativ besticht durch seine Flexibilität im Schwenk- und Höhenbereich. Durch die integrierten Rollen lässt sich sehr leicht der Standort wechseln. Obwohl das fahrbare Bodenstativ auf Rollen steht, hat es eine erstaunlich gute Standfestigkeit, welche die Stabilität des Flexarm-Stativs übersteigt.

Die Einsatzbereiche des fahrbaren Bodenstatives sind:
  • Kunstrestaurationen
  • OP-Mikroskope in Kliniken

Der Nachteil dieser Stativ-Variante ist, dass es einen sehr großen Platzbedarf hat.

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